Produktbebilderung

Das OLG Hamm hatte über die Zulässigkeit einer Produktbebilderung auf Amazon zu entscheiden. Die gleichen Erwägungen gelten aber natürlich auch für Abbildungen in anderen Online-Shops. Konkret ging es im Urteil vom 4. August 2015 (Aktenzeichen: 4 U 66/15) um die Frage, ob es irreführend und damit abmahnfähig ist, wenn bei der Bebilderung eines Sonnenschirms auch die zur Beschwerung gedachten Betonplatten abgebildet werden, obwohl diese nicht im Lieferumfang enthalten sind.

Das OLG Hamm hat diese Frage mit Verweis auf § 5 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) bejaht. Danach handelt unlauter, wer eine irreführende geschäftliche Handlung vornimmt. Eine geschäftliche Handlung ist unter anderem dann irreführend, wenn sie zur Täuschung geeignete Angaben über folgende Umstände enthält:

wesentlichen Merkmale der Ware wie Verfügbarkeit, Art, Ausführung, Vorteile, Risiken, Zusammensetzung, Zubehör, Verfahren oder Zeitpunkt der Herstellung, Lieferung oder Erbringung, Zwecktauglichkeit, Verwendungsmöglichkeit, Menge, Beschaffenheit, Kundendienst und Beschwerdeverfahren, geographische oder betriebliche Herkunft, von der Verwendung zu erwartende Ergebnisse oder die Ergebnisse oder wesentlichen Bestandteile von Tests der Waren;

Bei der Verwendung von Produktfotos ist also Vorsicht geboten. Nach Möglichkeit sollte immer nur das abgebildet werden, was auch im Lieferumfang enthalten ist. Ansonsten empfiehlt sich eine ausdrückliche und gut erkennbare Klarstellung (am besten im Foto selbst).